Post #07 vom 21.FEB.2023

Es  ist Februar. Schon 1/12 oder erst 1/12 des Jahres sind vorbei. Erlauben Sie mir die Frage: Wie steht es mit Ihren Vorsätzen für 2023? Konnten Sie sie umsetzen? Oder liegt der ein oder andere bereits bei seinen Kameraden aus 2022 im Papierkorb? Wenn Papierkorb oder auf dem Weg dorthin, dann gibt dieser Post vielleicht einige Ideen zum Thema „Gute Vorsätze“.

Beginne nicht mit einem guten Vorsatz, sondern mit einer kleinen Tat

Am 19.Dezember des letzten Jahres bin ich nach 16 Wochen Training erstmals 10km in unter einer Stunde, genauer in 59:12 Minuten gelaufen. Das mag dem erfahrenen Läufer ein Lächeln abringen. Für mich, der sein Leben lang weder gerne noch gut gelaufen ist, ein Gefühl von Superhero. Ich hatte den gleichen Vorsatz so oder ähnlich schon einige Male in der Vergangenheit gefasst, war jedoch immer gescheitert. Diesmal nicht und ich glaube ich weiß warum.

Hinter jedem Vorsatz steht ein unerfülltes Bedürfnis

Der Vorsatz selbst ist in der Regel unsere spontane Lieblingsstrategie, mit der wir ein Bedürfnis erfüllen möchten. Tatsächlich gibt es jedoch immer mehrere Strategien um ein Bedürfnis zu erfüllen. Wenn mein Bedürfnis mehr cardiovaskuläre Gesundheit ist, so ist Laufen nur eine von mehreren Strategien. Ich hätte genau so gut auch Schwimmen, den Stepper, die Rudermaschine oder das Fahrrad wählen können. Oft passt unser Vorsatz, entstanden vielleicht aus einem gut gemeinten Rat oder einer Idee von YouTube, tatsächlich gar nicht zu uns. Ergebnis vorhersehbar.

Ein wesentlicher Treiber für mich war die Tatsache, dass viele der Soldaten, die ich im Bereich Kommunikation trainiere, diese 10km in unter 1 Stunde-Herausforderung mehrmals in der Woche meistern. Der ein oder andere sogar noch deutlich schneller. Ja, die meisten sind nicht halb so alt wie ich. Und ja, ich bin ein klein wenig eitel und hasse es hinterherzulaufen.

Es macht also Sinn zunächst einmal herauszufinden, warum wir einen Vorsatz fassen, also unser Reason Why zu definieren. Das hilft dann auch beim der Entwicklung  möglicher  Optionen. Ist das geschehen, wollen die unterschiedlichen Optionen bewertet werden.

SMART

Das SMART Konzept, bekannt als Methode der Zieldefintion ist hilfreich. 

S: Sind meine Optionen spezifisch genug? Also, von „ich will fitter werden“ hin zu „Schwimmen, Laufen, Rudermaschine, Fahrrad oder Stepper“.

M: Kann ich meine Erfolge messen? In meinem Fall 10km in unter einer Stunde. Das ist eine typische Kasernenrunde.

A: Ist die Option attraktiv? Wenn es auf den Winter zugeht und ich im Voralpenlande lebe, ist Laufen Outdoor vielleicht nicht besonders attraktiv. Das gilt auch für das FitnessStudio, dass 30km weit weg oder dringend renoviert werden sollte. Ich bin sehr viel unterwegs. Die Idee überall einfach loslaufen zu können, hatte also eine hohe Attraktivität. So fit zu sein, um mit den Soldaten  mithalten zu können, war für mich mindestens genauso attraktiv. Am Ende ist es egal, warum wir die Sachen tun, die wir tun, solange unser Ziel attraktiv genug ist. Das ist unsere Motivation und unser Geländer, wenn es schwierig wird. Sie merken, dass es schwierig wird, wenn Sie beginnen gute Gründe zu finden, warum Sie besser aufhören sollten.

R: Wie realistisch ist meine Strategie? Ist 10km in unter einer Stunde überhaupt machbar für mich? Welche Voraussetzungen brauche ich. Als Nichtschwimmer ist die Variante Schwimmen nicht sehr realistisch. Kann ich oder will ich mir die notwendige Ausrüstung zulegen? Wie hoch sind die Einstiegshürden? Und ja, in meinem Fall, was sagt eigentlich mein Cardiologe? Häufig sind unsere Vorsätze nicht sehr realistisch. Zu viel zu schnell ist fast immer ein Set-up for Desaster.

T: Wie sieht es mit der Terminierung aus? Je schneller ich mein Ziel erreichen kann, desto einfacher wird die Umsetzung. Dauert es länger, ist es eine gute Idee Zwischenziele einzubauen. Eine Deadline zu setzen ist wichtig, denn auch sie motiviert.

Die Auswertung meiner Optionen habe ich aufgeschrieben und in den SMART Ausprägungen auf einer Skala von 0 -10  bewertet. 

Zu diesem Zeitpunkt ist es hilfreich eine Zwischenbewertung durchzuführen. Dabei ist das Worst-Case Szenario, den geplanten Vorsatz zunächst einmal nicht zu fassen und sich ein anderes unerfülltes Bedürfnis anzuschauen. Ein guter Indikator wäre eine Gesamtpunktzahl von unter 50% aller möglichen Punkte, die Sie zu vergeben hatten. Und das ist völlig ok, denn es erspart Ihnen Zeit und das spätere Eingeständnis, es wieder einmal nicht geschafft zu haben. 

Sind es viele Vorsätze, die mit einem solchen Eingeständnis enden, könnte das dazu führen, dass unser Unterbewusstsein allmählich zu der Überzeugung gelangt, dass wir grundsätzlich nichts in unserem Leben hinkriegen. Das ist nicht hilfreich.

Im nächsten Schritt formulieren Sie die ausgewählte Strategie mit Hilfe der SMART Kriterien. Das Ergebnis wäre jetzt (endlich) Ihr Vorsatz, unterlegt mit einem ganz konkreten Plan. In meinem Fall ein von meiner Sportuhr vorgeschlagener Umsonst-Laufprogramm Trainingsplan. Sie haben sich jetzt eingängig mit Ihrem Vorhaben beschäftigt, es validiert und Ihr Unterbewusstsein schaltet hoffentlich auf grün: „Das kann mit einiger Wahrscheinlichkeit klappen. Das könntest du tatsächlich schaffen.“

Der Test – die kleine Tat vor dem guten Vorsatz

Und danach bin ich losgelaufen? Ja und nein. Um das Anfangen zu erleichtern und die Gefahr des schnellen Scheiterns so gering wie möglich zu halten, habe ich eine weitere, aus meiner Sicht entscheidende Prüfschleife eingezogen: Den ergebnisoffenen Test des Vorsatzes. Das ist die kleine Tat vor dem guten Vorsatz. „Ich werde das nur machen, wenn ich es ausprobiert habe und dann immer noch glaube, dass es funktionieren wird.“ 

Einfach mal unverbindlich eine kleine Strecke von 2km ganz gemütlich laufen und sehen was passiert. Wenn das schon nicht funktioniert, ist es wahrscheinlich besser sich ein anderes Vorhaben zu suchen. Meine kleine Tat war praktischerweise der Fitness-Eingangstest meiner Sportuhr. Ergebnis: 2km in etwa 17 Minuten, also einer Pace von etwas über 8. Ich fand das nicht wirklich anstrengend, hatte mir sogar bewußt Reserven eingebaut. Meine virtueller Coach sagte „Großartig – Du hast Potential“. Das habe ich gefeiert und erst dann bin ich wirklich losgelaufen. In sehr kleinen Schritten und jedesmal habe ich mich gefeiert und gesagt: „Wenn das geklappt hat, schaffe ich auch das nächste Training, locker“. 

Es war natürlich nicht immer locker. Gründe gerade heute nicht zu laufen gab es einige und immer wieder, aber irgendwann kam dann der Moment in dem Routine und auch Ehrgeiz unterstützten. „Du bist soweit gekommen, jetzt schaffst Du auch den Rest“. Und so war es. 19. Dezember, Düsseldorf Oberkassel, am Rhein entlang, es regnete und … 10km in 59:12 Minuten.

Ich laufe weiter. Das Wetter wird langsam wärmer und 10km in unter 55 Minuten hören sich jetzt gar nicht mehr so unmöglich an und … ich werde vorne mit dabei sein auf der Kasernenrunde.

Wie sieht es bei Ihnen aus für 2023? Einige Vorsätze schon im Papierkorb, einige noch in den Startlöchern? Sind Sie losgelaufen und es fällt Ihnen schwer, denn es tauchen erste gute Gründe auf, warum der ehemals gute Vorsatz eigentlich eine blöde Idee ist? Können Sie, natürlich nur aus zwingenden Gründen, ausnahmsweise Heute nicht und ist das schon das dritte Heute in Folge? Dann nehmen Sie sich einen Moment Zeit. Kontrollieren Sie Ihr Reason Why, machen Sie Ihren Vorsatz SMART, testen ihn und lassen sich überraschen was passiert.

Jede Veränderung, ob körperlich oder im Verhalten, privat und beruflich braucht einen Vorsatz, ein starkes Reason Why und Zeit. Das gilt auch und besonders für erfolgreiche Kommunikation. Es ist ein Mindset notwendig, dass uns so im Laufe unseres Lebens nicht unbedingt vermittelt wurde. Wir müssen anders zuhören und andere Worte wählen um besser zu verstehen und besser verstanden zu werden. Diese Themen und einiges mehr sind die Inhalte meiner Trainings, zu denen ich Sie herzlich einlade. Ein gutes Basis-Training ist z.B. Mehr von dem was Sie haben wollen, erfolgreicher verhandeln mit dem Havard Konzept.

Ich wünsche ich Ihnen viel Erfolg mit Ihren Vorsätzen. Lassen Sie mich wissen, wie es Ihnen ergangen ist. Und … 2023 ist erst am 31.12. zu Ende und jeder Tag ist die Gelegenheit für einen neuen Start.

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